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Die katholische Diskrepanz

Für einflussreiche Exponenten innerhalb der katholischen Kirche ist Homosexualität unnatürlich und eine Krankheit, die es zu heilen gilt. Dieselbe kirchliche Organisation ist aber gleichzeitig die grösste „Schwulen-Organisation“ weltweit. Oder nach der Logik von Bischof Huonder und auch den bestimmenden Kräften in Rom befinden sich innerhalb seiner Organisation eine beachtliche Anzahl an kranken Homosexuellen, die Teil der offiziellen katholischen Kirche sind. Wie aber geht die Organisation mit diesem Widerspruch um? Am liebsten würden die Kirchenherren das explosive Thema wohl ausschweigen. Also genau dasselbe Schema wie bei den sexuellen Übergriffen auf Kinder und Jugendliche durch offizielle katholische Kirchenleute. Dass die katholische Kirche sich vor allem in Europa mit ihrer offiziellen Haltung zur Homosexualität weit von ihren Schäfchen entfernt, dies war für die Kirchenoberen noch nie ein Grund, ihre Haltung zu überdenken. Auch Bischof Huonders unsägliche verbalen Entgleisungen zur Homosexualität werden von der katholischen Obrigkeit; wenn vielleicht nicht 100% geteilt, so zumindest geduldet, was wiederum einer mehrheitlichen Befürwortung gleichkommt. Doch die Zeiten ändern sich. Früher liess sich sehr viel hinter Kirchenmauern verschleiern. Mit der zunehmenden Digitalisierung wird dies für die katholische Kirche immer schwieriger, solche Widersprüche auszusitzen und dies ist neben der mehrheitlich liberalen Einstellung der Gesellschaft zur Homosexualität, die zweite gute Nachricht.





Chaos, Aufräumen, Auftrag…SVP?

Wieder einmal stellt die SVP bereits vor den bevorstehenden National-/ und Ständeratswahlen Forderungen, was die zukünftige Zusammensetzung des Bundesrates betrifft. Neu ist diesmal, dass sowohl das Zieldepartement wie auch die Zielperson der SVP für diese Mission bereits genannt wird. Ansonsten ist die Systematik und die Wortwahl nicht neu. Asylchaos, unfähige Bundesrätin, Departement muss aufgeräumt werden und dies muss kann „nur“ durch die SVP passieren. Wollte nicht Bundesrat Ueli Maurer bei der Armee aufräumen und diese zur besten Armee der Welt machen? Der derzeitige Zustand der Schweizer Armee spricht Bände. Auch Christoph Blocher hat im Justiz- und Polizeidepartement als Bundesrat in der Vergangenheit schon einmal aufgeräumt. Im Asylbereich wurde die Infrastruktur heruntergefahren und heute fehlen uns diese Kapazitäten. Die Industrienationen – dazu gehört auch die Schweiz – sind sowohl Teil des Problems wie auch Teil der Lösung in Bezug auf die flüchtenden Menschen. Ungleichheit und die damit verbundenen fehlenden Perspektiven sind ein wichtiger Grund, dass sich Menschen aufmachen, ihre Heimat zu verlassen und auf ein besseres Leben in Europa hoffen. Insofern wäre Hilfe vor Ort ein wichtige Säule, um diese Menschen zu unterstützen und Perspektiven vor Ort zu schaffen. Dies will übrigens auch die SVP im Hauptsatz, um im Nebensatz die Kürzung der Entwicklungshilfe zu fordern. Soviel zu einer weitsichtigen Asyl- und Ausländerpolitik.



Nationalfeiertag made in China

Was wäre bloss ein 01. August ohne die lautmalerisch begleitenden Feuerwerk-Einlagen; hauptsächlich made in China? Vielleicht ein bisschen besinnlicher? Mag sein. Aber ein Geburtstag soll auch ausgiebig gefeiert werden. Schliesslich muss die Schweiz – wenn es nach gewissen 1. August Rednern und Rednerinnen geht – nicht weniger vor ihrem Untergang gerettet werden. Da dürfen die historischen Schlachten wie Morgarten, Marignano natürlich nicht fehlen. Die wehrhaften Eidgenossen von einst und die müden Patrioten von heute? Bilder werden bewusst überzeichnet. Dabei steht die Welt und mit ihr die Schweiz vor ganz anderen Herausforderungen wie angeblich müde Patrioten. Die grösste Flüchtlingswanderung aller Zeiten, Klimawandel, Ressourcenverschleuderung. Ein Satz bringt das Thema ungeschminkt auf den Tisch. Menschen - die wir Flüchtlinge nennen - folgen doch "nur" ihren Rohstoffen. Was wäre wohl, wenn sich die Chinesen plötzlich überlegen würden, ihrem exportierten Feuerwerk zu folgen? Ich gebe zu, eine sehr zynische Sichtweise. Ein bewusster Kontrapunkt zu all den vergangenen überhöhten Mythendarstellungen, die auch 2015 wiederum Teil vieler 01. August Reden waren, währenddessen bereits die ersten Raketen made in China den Schweizer Himmel erfüllten.



Ein Märchen über Teuerland und seine Leute. Es war einmal ein kleines relativ unabhängiges Teuerland, dessen Bewohner lebten im Durchschnitt sehr gut, hatten hohe Löhne und konnten sich sehr viel leisten. Das Land und die Leuten lebten vor allem von ihrem hohen Bildungsstandard, den stabilen politischen Verhältnissen und einer guten Infrastruktur. Teuerland grenzte an verschiedene Länder mit tieferen Löhnen und auch entsprechend tieferen Lebenserhaltungskosten, kurz Billigländer genannt. Im Laufe der Zeit fingen einige Bürger des unabhängigen kleinen Teuerlandes immer öfters nach Billigland zu reisen und sich mit günstigen Waren einzudecken. Irgendwann sprach man gar von einer regelrechten Massenauswanderung ach Billigland. Das Drama nahm seinen Anfang. Die Produzenten von Teuerland konnten plötzlich nicht mehr alle ihre Produkte verkaufen und mussten im Zuge der schwierigen Lage Arbeitsplätze streichen und ins Ausland verlagern, um ebenfalls viel günstiger zu werden. Die Stabilität des kleinen Teuerlandes geriet ins Wanken und immer mehr Menschen verloren ihre Arbeit, was zu zunehmender Armut führte. Glücklicherweise sind – wie alle wissen – Märchen meistens frei erfunden.


Seit gestern hat die Schweiz einige tausend potentielle Nationalbankchefs. Ich bin überzeugt davon, dass die Nationalbank den Euromindestkurs gestern nach bestem Wissen und Gewissen aufgehoben hat. Gleichzeitig hat die Institution bewiesen, dass sie weiterhin unabhängig entscheiden kann, was für die Glaubwürdigkeit der Nationalbank unerlässlich ist.

Es war immer klar, dass der Euromindestkurs nur eine vorübergehende Massnahme sein kann. Die Unternehmen hatten immerhin 3.5 Jahre Zeit, sich auf diesen Augenblick vorzubereiten. In der heutigen sich schnell wandelnden Zeit eine relativ lange Periode der Stabilität. Ich werde die Nationalbank und Thomas Jordan weiterhin an seinen Taten messen und bisher hat die Institution in einer sehr schwierigen Zeit einen guten Job gemacht. Letztlich sind jedoch auch die Einflussmöglichkeiten einer Schweizerischen Nationalbank in einem komplexen globalen Umfeld beschränkt. Und auch innerhalb der Nationalbank arbeiten Menschen, die Fehler machen. Perfekte Entscheidungen sind schon daher ausgeschlossen. Beruhigend für mich in dieser schwierigen Lage ist immerhin, dass Thomas Jordan seit gestern viele tausend potentielle Nachfolger hat.



Das Recht auf Meinungsäusserungsfreiheit ist eine starke Säule der demokratischen Grundstruktur. Menschen, welche sich gegen diese Freiheit stellen, haben in unserem Wertesystem nichts verloren. Um es ganz deutlich zu sagen. Jene Menschen, die diesen feigen Terroranschlag in Frankreich verübt haben, spielen Politikerinnen wie Marine Le Pen in die Hände. Was die Spirale der Extreme weiter dreht, zum Schaden aller und vor allem unserer demokratischen Grundwerte. Sollten die etablierten Parteien jedoch weiterhin den Fehler machen, die Ängste der Menschen, auch wenn diese noch so diffus sein mögen, weiterhin zu ignorieren, ist dies noch mehr Wasser auf die Mühlen der Populisten. Was aber ist zu tun? Jens Stoltenberg bringt es auf den Punkt; noch mehr Demokratie, noch mehr Offenheit, noch mehr Menschlichkeit. Damit der lange Kampf unserer Vorfahren für Freiheit und Rechte nicht umsonst gewesen ist.



Natürlich trifft diese Erkenntnis auf viele Bereiche zu, auch auf psychische Erkrankungen. Eine Zahl lässt aufhorchen. Jeder zweite Mensch erkrankt irgendwann in seinem Leben an einer eigentlich zu behandelnden psychischen Erkrankung. Trotzdem wird das Thema gesellschaftlich nach wie vor tabuisiert. Dies obwohl wir zusehends psychisch und nicht unbedingt physisch an unsere Grenzen gelangen. Alle reden im Volksmund von Burnout wobei die Erkrankung viel einer Erschöpfungsdepression entspricht. Aber während Burnout eher mit einem Workaholic in Verbindung gebracht wird, klingt Depression eher nach Schwäche. Was in Wahrheit völlig unzutreffend und undifferenziert ist. Aufklären und darüber reden helfen am ehesten Vorurteile und Tabus abzubauen. Darum ist die Sensibilisierungskampagne über psychische Erkrankungen von Pro Mente Sana ein wichtiger Schritt, psychische Erkrankungen zu enttabuisieren und auch vorzubeugen. Was machen Sie für Ihre Zähne. Sie putzen diese 2-3 pro Tag und was machen Sie für Ihre Seele?


Schlafen Sie auf einem fremden Kissen? Ja, was ist überhaupt ein fremdes Kissen? Ist es fremd, weil es aus dem Ausland kommt oder weil es nicht Ihnen gehört? Vielleicht gehören Sie auch zu jenen Menschen, die neben den fremden Richtern auch gleich alles nicht Schweizerische aus ihrem Leben verbannen möchten? Wäre da nicht noch die CH Fahne. Wenn Sie genug bezahlen auch made in Switzerland, ob jedoch alle Rohstoffe tatsächlich aus der Schweiz stammen, bleibt trotzdem fraglich. Während die Globalisierung und internationale Arbeitsteilung der Schweiz den heutigen Wohlstand überhaupt ermöglicht hat, zieht die SVP gegen alles Fremde ins Feld. Fremde Vögte, fremde Richter, Scheinflüchtlinge, Sozialschmarotzer, um nur ein paar der expansiv genutzten Worthülsen zu erwähnen. Oder anders gesagt, real existierende Probleme werden mit Hochdruck aufgepumpt, populistisch ausgekleidet und der schuldigen Classe politique zugewiesen. Auch so ein schönes Wort aus dem beliebten SVP Vokabular.

Im mittleren Erregungszustand gegen das Fremde, könnte man(n) oder Frau doch glatt vergessen, dass die SVP als wählerstärkste Partei auf nationaler Ebene am meisten Männer und Frauen in diese so genannte Classe politique entsandt. Aber wir waren ja bei den Fremden, die uns so viele Probleme bereiten, dass die SVP doch beinahe im Wochentakt eine neue Volksinitiative ankündigt. Es geht bekanntlich um nicht weniger, als die Rettung der Schweiz vor der Classe politique und den EU Vögten. Toni Brunner als Präsident – hat schliesslich in einem kürzlich veröffentlichten Zeitungsinterview nochmals nachdrücklich darauf hingewiesen, dass wer eine starke und unabhängige Schweiz will, „nur“ SVP wählen kann. Die anderen Parteien seien anpasserisch und unterwürfig. Was in Summe immerhin über 75% aller Wählenden zusammenfasst.


Auch die Schweizer Armee hat in den aktuellen Wirren rund um das Fremde ein Zeichen gesetzt und in Aussicht gestellt, dass Schweizer Soldaten in Zukunft nur noch mit Schweizer Fleisch verköstigt würden. Ein kräftiger Applaus an die Nation, derweil die Hühner made in Switzerland in ihrem Futter fremdes Soja aus Brasilien konsumieren.

 
Am Schluss möchte ich es nicht unterlassen, Danke zu sagen. Wären diese Menschen nicht gewesen, ich hätte diesen Text gar nie schreiben können. Dem Chinesen Cai Lun, wahrscheinlicher Erfinder des Papiers. Dem Deutschen Konrad Zuse, für die Erfindung des Computers. Dem Amerikaner, Raymond Samuel Tomlinson, welcher als Erfinder des Emails gilt und last but not least den Griechen und ihrer Schrift, welche als Ausgangspunkt der europäischen Schriften gilt.



Es ist noch nicht sehr lange her, da stellte mir ein Kadermitarbeiter eines „Schweizer“ Multis anlässlich eines Vorstellungsgesprächs diese Frage. Dies ist natürlich „nur“ ein Beispiel, welches jedoch die These von Rudolf Strahm untermauert, dass ausländische HR-Verantwortliche das duale Bildungssystem der Schweiz wenig bis gar nicht kennen. Es liegt mir fern, die Berufsbildung gegen den akademischen Bildungsweg auszuspielen. Gerade die Schweiz beweist, dass der Mix dieser beiden ein Erfolg ist. Ich habe auch den Eindruck, dass die Politik auf Bundesebene die Berufsbildung eher vernachlässigt. Dies ist insofern nicht weiter verwunderlich, da die Mehrheit der Bundespolitiker in der Exekutive und Legislative an Universitäten studiert haben. Es ist definitiv an der Zeit, dass die berufliche Bildung gegenüber der akademischen aufgewertet wird. Dies wird ganz bestimmt mithelfen, dass Informationsmanko einiger HR-Verantwortlicher gegenüber der Berufsbildung zu vermindern und den zunehmenden Trend der Verakademisierung auf ein gesundes Mass zurückzuführen.



Wer eine Zukunft aufbauen will, muss die Vergangenheit kennen, dieser Satz stammt von Otto Frank – Vater der im Holocaust umgekommenen Anne Frank. Auch die Schweiz als Land hat eine Geschichte, diese zu kennen ist sicherlich kein Nachteil, aber allzu oft wird diese auch verklärt, glorifiziert und überstrapaziert. Gerade am 01. August herrscht Tell-Hochkonjunktur. Auch unsere Vorfahren hatten schwierige Zeiten durchlebt, es gab eine Zeit, da war die Schweiz gar das Armenhaus Europas. Davon sind wir heute glücklicherweise weit entfernt.

Als eine der globalisiertesten Nationen weltweit, profitieren unsere Firmen und letztlich wir alle vor allem vom freien Handel und erarbeiteten Wohlstand im Ausland. Jeder zweite Franken verdienen Schweizer Firmen im Ausland. Darin enthalten ist für mich auch entsprechend ein Grad Verpflichtung. Sich bei globalen Problemen jeweils hinter der Neutralität zu verstecken, ist für mich nicht schweizerisch. Ist die Schweiz als Nation so erfolgreich geworden, weil unsere Vorfahren den Weg des geringsten Widerstandes gegangen sind? Wohl kaum. Nur eine offene Schweiz kann auch in Zukunft eine erfolgreiche Schweiz sein. Sich politisch international zu isolieren und gleichzeitig beinahe in jedem Ecken der Welt Geschäfte machen zu wollen, ist keine erfolgversprechende Option. Dies heisst übrigens nicht, eine unbeschränkte Zuwanderung zuzulassen. Auch der Boden in der Schweiz ist endlich und über ein bisschen Naherholungsraum ist sicherlich jeder von uns dankbar.

Was die Schweiz jedoch braucht, sind Anpassungen im Steuerwettbewerb. Die Schweiz als Steuerparadies für internationale Holdings ist für mich keine nachhaltige Zukunftsstrategie. Höchstens ein auf Sand gebautes Kartenhaus und was ein bisschen Wind damit macht, wissen wir alle. Dass gerade jene Kräfte, die die Ausländerpolitik zum Thema des permanenten Wahlkampfs erhoben haben, diese Steuerdumping-Ansiedlung von ausländischen Firmen befürworten, ist ein Widerspruch in sich. Nicht „nur“ die Schweiz sondern alle Nationen stehen heute vor globalen Herausforderungen. Die Ressourcenverschleuderung von endlichen Rohstoffen, der Klimawandel, Epidemien um nur ein paar Stichworte zu nennen. Ist eine Reduit-Politik die überzeugende Antwort darauf? Sicherlich nicht. Die Probleme wie Klimawandel lassen sich nur gemeinsam lösen.

Was hat die Schweiz in diesem Zusammenhang zu bieten? Was ist unser wichtigster Rohstoff? Bildung und Forschung. Dies bedingt jedoch die politische Zusammenarbeit mit anderen Staaten und Gebilden nicht als Risiko sondern als Chance zu sehen. Um nochmal auf unseren angeblichen Nationalhelden zurückzukommen. Im Zuge der Weiterentwicklung werden heute Äpfel nicht mehr vom Kopf eines Jungen geschossen, sondern als Apfelschorle im höchsten Convenience-Grad verkauft. Na dann Prost....


Wie definiert sich Scheinsolidarität? Das Asylrecht in der Schweiz faktisch abschaffen zu wollen, kombiniert mit dem Hinweis mehr in den Krisengebieten zu tun und gleichzeitig für die Kürzung der Entwicklungshilfe zu plädieren. Dies will die SVP. Grundsätzlich ist es eine vernünftige Strategie, mehr vor Ort in den Krisengebieten zu tun, aber nicht in dem man dafür die Mittel kürzen will. Bei Flüchtlingen – und dies scheint in der Debatte hierzulande immer wieder vergessen zu gehen – handelt es sich um Menschen. Die Schweiz kennt auch den Wert der Solidarität und als eines der reichsten Ländern – welches sein Vermögen zum grossen Teil im Ausland verdient – ist dieser Wert aus meiner Sicht auch eine Verpflichtung. Das Asylrecht – welches in den letzten Jahren stetig verschärft worden ist – nun faktisch mit einer Initiative abschaffen zu wollen, ist ein Verrat an der Tradition der Schweiz. Die Zahl der Asylgesuche hängt in erster Linie davon ab, wie viele Konflikte und Krisen weltweit entbrennen und nicht wer Bundesrat im Justizdepartement ist. Eine glaubwürdige Politik würde auch bedeuten, kein Kriegsmaterial an krasse Menschenrechtsverletzter wie Saudi-Arabien zu liefern, doch davon will die SVP nichts wissen.



Die Krankenkassenprämien steigen und steigen und damit zahlen wir alle auch überholte Pfründe an die Pharmaindustrie. „Es gibt keinen Grund, weshalb wir bei den umsatzstärksten Generika bis zu fünfmal mehr zahlen als die Holländer,“ Mit dieser Aussage trifft der Preisüberwacher, Stefan Meierhans, den Nagel auf den Kopf. Oder verdienen Sie im Durchschnitt etwa fünfmal mehr als ein Holländer? Mit dem Finger nun auf die Pharmaindustrie zu zeigen, greift jedoch zu kurz. Letztlich nutzen die Firmen lediglich die Geschenke, welche die Politik ihnen zugestanden hat. Die Lobbyisten der Pharmafirmen machen einen sehr guten Job für ihre Auftraggeber und wir als Prämienzahler zahlen tagtäglich die teuren Geschenke. Für Politiker gibt es sicherlich schönere Disziplinen, als sich mit der Pharmaindustrie anzulegen, doch letztlich wären diese doch Volksvertreter. Ich will keine überhöhten Preise für Medikamente zahlen und ich bin überzeugt, dass ich damit nicht in der Minderheit bin. Also liebe Politiker – handelt endlich im Sinne des Volkes – und streicht die marktverzerrenden Privilegien für die Pharmaindustrie.



Tagtäglich sind neue Mutmassungen über den Flugzeugabsturz in der Ukraine zu lesen. Noch ist nicht bewiesen, wer und was für den Absturz tatsächlich verantwortlich ist. Ob die Wahrheit je herauskommen wird, wer für den Tod von fast 300 unschuldigen Menschen verantwortlich ist, bleibt fraglich. Insofern sind die Sanktionsandrohungen von Europa und auch den USA gegenüber Russland zum aktuellen Zeitpunkt scheinheilig. Präsident Putin hat seit der Annektierung der Krim auch im Osten der Ukraine für instabile Verhältnisse gesorgt. Hätten Europa und auch die USA eine halbwegs glaubwürdige Position gegenüber Russland vertreten, die Sanktionen hätten schon viel früher härter ausfallen müssen. Doch wer will in Europa schon frieren, sollte das russische Erdgas plötzlich nicht mehr fliessen? Präsident Putin wird Europa in der Ukraine weiterhin an der Nase herumführen können. Denn wirtschaftlicher Opportunismus steht auch weiterhin vor einer glaubwürdigen Menschenrechtspolitik. Schliesslich will der Rohstoffhunger Europas weiterhin gestillt sein, persönliche Selbstbeschränkung und Einschränkung ist keine Stärke westlicher Industrienationen.



Die europäische Union ist beileibe kein Selbstläufer und die Probleme und Defizite sind ohne Zweifel gross, doch was ist die Alternative? Geert Wilders, Marine Le Pen, Nigel Farage und wie sie alle heissen? Was sind deren Rezepte, ausser die EU für alle Probleme verantwortlich zu machen? Wer regiert denn die europäische Union? Letztlich sind es die Staats- und Regierungschefs der Nationalstaaten, welche in der Union die Leitlinien und den Kurs vorgeben. Einige dieser Politiker haben es praktisch zum Volkssport gemacht, für ihre Versäumnisse in der nationalen Politik jeweils mit dem Finger nach Brüssel zu zeigen.

Vor 100 Jahren begann der erste Weltkrieg und damit eine kriegerische und zerstörerische Zeit in Europa. Die hässliche Fratze von übersteigertem Nationalismus, Rassismus und Hass entlud sich mit voller Wucht mitten in Europa und war verantwortlich für Millionen von Toten. Und was haben wir heute? Sehr viele Probleme mit überschuldeten Staaten, massiver Arbeitslosigkeit und strukturellen Defiziten, aber der Kontinent Europa durchlebt seit einigen Jahrzehnten friedliche Zeiten. Eine Errungenschaft für welche auch die EU mitverantwortlich zeichnet. Otto Frank, der Vater von Anne Frank, prägte den Satz, wer eine Zukunft aufbauen will, muss die Vergangenheit kennen. Diese Vergangenheit will ich nicht zurück und darum ist es wichtig, dass die nationalistischen Bauernfänger wie Geert Wilders, Marine Le Pen und Nigel Farage und ihre Rezepte der Vergangenheit entlarvt werden. Dies bedingt jedoch auch, dass die gemässigteren Parteien, die EU nicht als Sündenbock für ihre verfehlte nationale Politik missbrauchen und die Sorgen und Ängste ihrer Bevölkerungen ernst nehmen.